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Zuletzt aktualisiert: 23.10.2026
Taubheitsgefühle und andere Gefühlsveränderungen der Haut gelten nach einer Fettabsaugung als erwartbare Folge und normalisieren sich meist innerhalb von einigen Wochen bis Monaten[1]. In einer Studie mit 21 Patienten hatten 10 Wochen nach der Liposuktion 89 % aller Patienten wieder ein normales Gefühl[1]. Länger anhaltende Gefühlsstörungen traten in einer Studie zur Fettabsaugung am Unterschenkel vor allem bei Frauen mit Lipödem im Stadium II und III auf[2].
Die folgenden Abschnitte gehen auf Häufigkeit, Dauer, mögliche Ursachen, Risikofaktoren und Warnzeichen ein.
Gefühlsveränderungen wie eine verminderte Empfindung (Hypästhesie) werden in einer Studie als erwartbare klinische Folge der Fettabsaugung bezeichnet[1]. In dieser Studie wurden bei 21 Patienten insgesamt 102 Stellen an Bauch, Flanken, Oberschenkeln und Knieinnenseiten vor der Operation sowie nach 2, 6 und 10 Wochen mit einem druckbasierten Messgerät geprüft[1].
Eine Studie an Patienten mit Morbus Dercum bezeichnet Gefühlsveränderungen nach der Liposuktion als bekannte Nebenwirkung[3].
In einer Studie mit 60 Patienten, die eine 360-Grad-Liposuktion mit Lipoabdominoplastik erhielten, zeigten nach einem Monat 93,3 % der Patienten eine Gefühlsstörung[4]. Die Autoren beschreiben den Gefühlsverlust der Haut als nahezu regelmäßige frühe Folge der Lipoabdominoplastik[4].
Bei 177 Patienten mit Gynäkomastie, die eine Fettabsaugung mit Drüsenentfernung über einen Mikroschnitt am Rand des Warzenhofs erhielten, traten bei 4 Patienten vorübergehende Gefühlsveränderungen der Haut auf[5].
Bei 20 Patienten, bei denen Fett unter dem Kinn über einen Zugang im Mund durch den Spalt einer Kinnknochen-Operation abgesaugt wurde, kam es zu vier vorübergehenden Gefühlsstörungen an der Unterlippe[6]. Alle Komplikationen in dieser Gruppe waren bis zur Langzeitkontrolle nach mindestens 5 Jahren abgeklungen[6].
In einer systematischen Übersichtsarbeit zu 67 Patienten, bei denen eine Fettabsaugung unter dem Kinn mit einer Kieferoperation kombiniert wurde, waren Gefühlsveränderungen an der Unterlippe mit 4 Fällen die am häufigsten genannte Komplikation[7]. Verletzungen des Gesichtsnervs wurden in dieser Übersichtsarbeit in 2 Fällen (2,98 %) genannt[7].
Nach einer Fettabsaugung kehrt das normale Gefühl laut einer Studie meist innerhalb von einigen Wochen bis Monaten zurück[1]. In der Studie mit 21 Patienten hatten Bereiche, die mit herkömmlicher Saug-Liposuktion behandelt wurden, im Durchschnitt nach 6 Wochen wieder ein normales Gefühl, während mit Ultraschall behandelte Bereiche durchschnittlich 10 Wochen brauchten[1]. Nach 10 Wochen hatten in dieser Studie 90 % der mit Ultraschall behandelten Patienten wieder ein normales Gefühl[1].
In der Studie zur 360-Grad-Liposuktion mit Lipoabdominoplastik bestanden Restdefizite nach 3 Monaten noch bei 72,5 %, nach 6 Monaten bei 55,0 % und nach 12 Monaten bei 21,7 %[4]. Tastsinn, Temperaturempfinden und räumliches Unterscheidungsvermögen erholten sich in dieser Studie parallel, in den meisten Fällen nahezu vollständig[4]. Die Autoren schreiben, dass sich der Gefühlsverlust nach einer Lipoabdominoplastik typischerweise innerhalb von 12 Monaten zurückbildet[4].
In einer Studie mit 90 Frauen, die eine Fettabsaugung zwischen Knie und Knöchel erhielten, bestand nach 12 Monaten eine Taubheit bei 3,3 % der ästhetisch operierten Kontrollgruppe, bei 5 % im Lipödem-Stadium I, bei 15 % im Stadium II und bei 25 % im Stadium III[2]. Die Kontrollgruppe umfasste 30 Frauen, jedes Lipödem-Stadium 20 Frauen[2].
Lesen Sie zum allgemeinen Heilungsverlauf auch unseren Beitrag zu Schmerzen und Beschwerden nach der Operation.
Als vermutete Ursache für Gefühlsstörungen nach der Fettabsaugung nennt eine Studie eine direkte Verletzung peripherer Nerven durch die Absaugkanüle[1]. Für die ultraschallunterstützte Liposuktion verweist dieselbe Studie zusätzlich auf eine mögliche Demyelinisierung peripherer Nerven durch Kavitation[1].
Eine Studie an 39 Patienten mit Morbus Dercum, einer Erkrankung mit ausgeprägten Schmerzen im Fettgewebe, führt Gefühlsveränderungen nach der Liposuktion wahrscheinlich auf eine mechanische Verletzung der Nerven zurück[3].
In der Unterschenkel-Studie mit 90 Frauen hing die abgesaugte Menge mit anhaltender Hypästhesie oder Parästhesie zusammen[2].
In einer Vergleichsstudie mit 28 Patienten, bei denen eine Körperseite mit Tumeszenz-Liposuktion und die andere zusätzlich mit innerem Ultraschall behandelt wurde, unterschieden sich Wundschmerz und Taubheit nach Angaben der Patienten nicht signifikant[8].
Wenn Sie nach der Liposuktion brennende oder stechende Schmerzen spüren, besprechen Sie das bitte mit Ihrer Chirurgin oder Ihrem Chirurgen. Fragen Sie dabei auch, wie lange Ihre Beschwerden voraussichtlich anhalten.
In der Unterschenkel-Studie bestand nach 12 Monaten bei einem Teil der Frauen noch eine Taubheit, am häufigsten im Lipödem-Stadium III mit 25 %[2]. Als anhaltend galt in dieser Studie eine Veränderung, die länger als 6 Monate bestand[2].
Bei 39 Patienten mit Morbus Dercum zeigten die Temperatur- und Vibrationsschwellen 3 und 12 Monate nach der Liposuktion nur geringe Unterschiede zu den Werten vor der Operation, von denen keiner statistisch signifikant war[3].
Nach einer vollständigen Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) fand eine Studie mit 14 Patienten mindestens ein Jahr nach der Operation anhaltende Gefühlsveränderungen, vor allem am Nabel und unterhalb des Nabels[9]. An den Oberschenkeln zeigte sich in dieser Abdominoplastik-Studie keine signifikante Abnahme des Gefühls[9].
In der Studie zur Fettabsaugung am Unterschenkel waren der Schweregrad des Lipödems und die abgesaugte Menge, nicht die Technik, die wichtigsten Einflussfaktoren für Hypästhesie nach der Operation[2]. Die abgesaugte Menge stieg in dieser Studie mit dem Krankheitsstadium an[2]. Alle Eingriffe dieser Studie nahm ein einziger Chirurg mit derselben Technik unter standardisierter Tumeszenz-Infiltration vor[2].
Eine ältere Studie mit 21 Patienten kam zu einem anderen Ergebnis als die Unterschenkel-Studie: Dort hing der Schweregrad der Hypästhesie nicht mit größeren Absaugmengen oder einer längeren Ultraschall-Einwirkzeit pro Stelle zusammen[1][2].
Nach einer Lipoabdominoplastik waren ein höherer BMI, die Standardpräparation mit Entfernung der Scarpa-Faszie und ein Resektionsgewicht über 1000 g unabhängige Vorhersagefaktoren für anhaltende Hypästhesie[4]. In dieser Studie verbesserte der Erhalt der Scarpa-Faszie die Gefühlsergebnisse signifikant, mit weniger betroffenen Dermatomen bei der späten Nachkontrolle[4]. Die Scarpa-Faszie blieb bei 32 Patienten erhalten und wurde bei 28 Patienten entfernt[4].
Bei Lipödem berichteten Frauen nach der Fettabsaugung am Unterschenkel über deutlich weniger Schmerzen, obwohl in den Stadien II und III häufiger anhaltende Gefühlsveränderungen auftraten[2]. Die Verbesserungen lagen bei Schmerzen bei 85 bis 95 %, bei der Beweglichkeit bei 80 bis 92 %, beim Schweregefühl bei 88 bis 96 % und bei Blutergüssen bei 78 bis 91 %[2]. Die Zufriedenheit war in allen Gruppen dieser Studie hoch[2].
Eine Übersichtsarbeit beschreibt Schmerz als zentrales Merkmal des Lipödems und hält fest, dass die Liposuktion eine langfristige Wirkung auf diese Schmerzen gezeigt hat[10]. Medikamentös lässt sich der Lipödem-Schmerz laut dieser Arbeit derzeit nicht behandeln[10].
Die Autoren der Unterschenkel-Studie empfehlen, in der Beratung das Gefühlsrisiko gegen die hohe Wahrscheinlichkeit eines lebensverändernden Nutzens abzuwägen[2].
Bei der Kryolipolyse, einer nicht-invasiven Fettreduktion durch Kälte, trat in einer Studie bei 6 von 9 neurologisch untersuchten Personen eine vorübergehende Gefühlsminderung auf[11]. Das Gefühl kehrte in dieser Studie bei allen nach durchschnittlich 3,6 Wochen zurück[11].
In einer Metaanalyse mit 30 Studien und 3.158 Teilnehmenden lag die Rate für Taubheit nach Kryolipolyse bei 49,5 %, für Schmerzen bei 28,8 % und für Kribbeln bei 15,2 %[12]. In einer Beobachtungsstudie aus Japan verschwanden Schmerzen nach Kryolipolyse innerhalb eines Monats, während die Taubheit etwa 3 Monate anhielt[13].
Als schwerere Komplikationen der Kryolipolyse nennt eine Übersichtsarbeit unter anderem starke oder anhaltende Schmerzen, Dysästhesie und motorische Neuropathie[14]. Bei Radiofrequenzbehandlungen unter der Haut hatten laut einer weiteren Übersichtsarbeit die meisten Patienten lang anhaltende Schwellungen und Taubheit[15].
Mehr dazu finden Sie in unserem Überblick zu nicht-chirurgischen Verfahren.
Bei Warnzeichen wie Brustschmerzen, Atemnot, Fieber, einer rasch zunehmenden Schwellung oder plötzlich stärker werdenden Schmerzen wenden Sie sich bitte sofort an Ihre Chirurgin oder Ihren Chirurgen oder an den Rettungsdienst.
Auch wenn ein Taubheitsgefühl sich ausbreitet oder nicht nachlässt, sprechen Sie bitte mit Ihrer Chirurgin oder Ihrem Chirurgen. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Beitrag zu Serom und Schwellung nach Fettabsaugung.
Vor dem Eingriff können Sie zum Beispiel diese Fragen stellen:
Einen allgemeinen Überblick bietet unser Beitrag zu den Risiken der Fettabsaugung.
In einer Studie mit 21 Patienten hatten mit herkömmlicher Saug-Liposuktion behandelte Bereiche im Durchschnitt nach 6 Wochen wieder ein normales Gefühl, mit Ultraschall behandelte Bereiche nach durchschnittlich 10 Wochen[1].
Als vermutete Ursache für Gefühlsstörungen nennt eine Studie eine direkte Verletzung peripherer Nerven durch die Absaugkanüle[1]. Brennende oder stechende Schmerzen besprechen Sie bitte mit Ihrer Chirurgin oder Ihrem Chirurgen.
In einer Studie zur Fettabsaugung am Unterschenkel bestand nach 12 Monaten eine Taubheit bei 3,3 % der ästhetisch operierten Kontrollgruppe und bei 25 % der Frauen mit Lipödem im Stadium III[2].
Bei Brustschmerzen, Atemnot, Fieber, einer rasch zunehmenden Schwellung oder plötzlich stärker werdenden Schmerzen wenden Sie sich bitte sofort an Ihre Chirurgin oder Ihren Chirurgen oder an den Rettungsdienst.